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Wenn am Ende der Rente noch so viel Leben übrig ist

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Viele Arbeitnehmer und Selbstständige fragen sich immer mehr, inwiefern ihre Rente in einigen Jahrzehnten gesichert sein wird. Dabei gewinnt auch das Thema selbständige Absicherung immer mehr an Bedeutung. Zwei Klassiker sind Immobilien und Aktien. Doch worin unterscheiden sich diese beiden Assets (Anlageklassen) und was ist für Privatleute besser geeignet?

Fangen wir an mit Aktien. Eine Aktie ist eine Beteiligung an einem an einer Börse gelisteten Unternehmen. Mit Aktien lässt sich auf zweierlei Arten Geld verdienen. Zunächst einmal durch eine sogenannte „Dividende“.

Jährlich wird bei Hauptversammlungen abhängig vom Unternehmensgewinn eine bestimmte Summe je Aktie ausgezahlt. In Deutschland geschieht dies meist einmal im Jahr und in den USA häufig jedes Quartal. Die zweite Möglichkeit mit Aktien Gewinn zu machen sind Kursgewinne. Diese Gewinne kommen zu Stande, wenn sie eine Aktie zu einem höheren Preis verkaufen als Sie diese gekauft haben. Ebenso wie Dividenden werden Aktiengewinne jedoch versteuert, beziehungsweise auf den Freibetrag für Kapitalertragssteuern angerechnet. Zusätzlich fallen bei Käufen und Verkäufen, sogenannten Trades, Transaktionsgebühren an.


Neben Kursgewinnen sind aber auch Kursverluste möglich! Bei Aktien unterscheidet man zwischen einem Marktrisiko und einem unternehmensspezifischen Risiko. Das Marktrisiko hängt mit der gesamten Weltwirtschaft zusammen. In der Gesamtbetrachtung folgen die Märkte einem Aufwärtstrend. Allerdings gibt es Monate, Jahre oder auch längere Zeiträume, in denen die Wirtschaftsleistung sinkt, also die Konjunktur schwächelt. Zudem kommt es immer wieder zu Börsencrashs, die Kursgewinne (teilweise) vernichten können.

Eine Anlage mit Aktien sollte also nicht spekulativ (wenige Wochen oder Monate, sondern über Jahre und Jahrzehnte angelegt sein! Mit einem langen Anlagehorizont können Sie gut Kursabstürze aussitzen und in der Gesamtbilanz immer noch Gewinne einfahren.

Das unternehmensspezifische Risiko hängt mit dem Unternehmen zusammen, in welches Sie investieren. Denn auch wenn die Märkte im Durchschnitt wachsen, so gilt das nicht für jedes einzelne Unternehmen. Beachten Sie, dass im Fall einer Unternehmenspleite Ihr investiertes Kapital bis zu 100% verloren sein kann!

Um sich gegen das unternehmensspezifische Risiko abzusichern, sollte ein breitverteiltes Portfolio angelegt und in unterschiedliche Unternehmen und Branchen investiert werden („Diversifizierung“). Einfacher geht das über einen ETF oder allgemein über Fonds. Sowohl Fonds und Aktien können in kleinen Summen („Tranchen“) gekauft und sehr häufig auch bespart werden und sind damit insbesondere für Privatanleger geeignet.

Nun kommen wir zu Immobilien. Darunter fallen Wohnungen, Häuser, Lagerflächen oder auch Bauplätze. Auch hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, um ein zusätzliches Einkommen zu erzielen. Ähnlich wie bei Aktien können sie Gewinne erwirtschaften, indem Sie Objekte teurer verkaufen als Sie sie gekauft haben.

Der Immobilienmarkt schwankt jedoch sehr stark (man sagt auch, er ist sehr „volatil“). Staatliche Regulierungen, eine sich ändernde wirtschaftliche Bedeutung einer Region oder ein Bauboom können Immobilienpreise senken. Gleichzeitig steigt das Bedürfnis nach Wohn- und Wirtschaftsraum immer mehr und mehr und somit ist ein Totalverlust relativ unwahrscheinlich. Allerdings lässt sich nicht vorhersehen, in welchen Regionen die Flächenpreise steigen und auch besteht die Möglichkeit beim Kauf eines Hauses die berühmte Katze im Sack zu kaufen. Eine weitere Möglichkeit mit Immobilien Geld zu verdienen ist die Vermietung.

Hier spielt die Bruttomietrendite eine wichtige Rolle. Oft reichen schon die Einnahmen aus einigen wenigen Mietwohnung als Einkommen vollständig aus. Beachten Sie jedoch, dass auch hier vom Gesetzgeber gegebene Rahmenbedingungen eingehalten werden müssen. Zudem kann es zu Schwierigkeiten mit Mietern kommen. Ausstehende Zahlungen, Verstöße der Mieter gegen Hausordnung oder ein grober Umgang mit Wohnung und Inventar führen immer wieder zu Stress bei Immobilienbesitzern. Ebenso wie bei Gewinnen durch Immobilienverkäufen werden auch bei der Miete Steuern fällig. Immobilien eignen sich aufgrund ihres hohen Wertes nicht unbedingt für Privatanleger.

Schließlich hat nicht jeder mehrere zehn- oder hunderttausende Euro zur freien Verfügung. Dafür können Sie mit Hilfe von Immobilienkrediten ein Objekt finanzieren und damit nicht nur mit Eigenkapital, sondern auch mit Fremdkapital Gewinne erwirtschaften. Mit einer potentiell höheren Rendite geht aber auch ein höheres Risiko, z.B. Verschuldung bis hin zur Privatinsolvenz einher.

Pauschal lässt sich also nicht beantworten, ob eine Immobilie oder eine Aktie besser zur Geldanlage für Privatanleger geeignet ist. Eine gründliche Recherche oder auch ein kostenpflichtiges Beratungsgespräch bei einem Berater OHNE Provision kann sich sehr gut bezahlt machen…schließlich sollten Sie bei Ihrer Geldanlage den Faktor Zeit so gut wie möglich für sich arbeiten lassen!